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Australische Bartagame
Austral. Wasseragame
 


Herkunft

Die Bartagame (Pogona vitticeps) kommt ursprünglich vom australischen Kontinent. Es gibt dort etwa acht verschiedene Pogona-Arten, deren kleinste die Pogona henrylawsoni(Zwergbartagame), die größte die Pogona barbata ist. Seit mehreren Jahrzehnten ist die Einfuhr von Bartagamen aus Australien verboten, d.h. dass alle Exemplare in Deutschland indirekt oder direkt miteinander verwandt sind, weshalb eine Verpaarung von Geschwistern unbedingt zu vermeiden ist.

Haltung

In ihrer Heimat leben Bartagamen in der Regel als Einzelgänger und finden sich nur zur Paarungszeit zu Paaren zusammen. Aufgrund ihres starken territorialen Verhaltens ist eine Haltung zweier Männchen unbedingt zu vermeiden, da es andernfalls zu Beschädigungskämpfen kommt,die nicht selten zum Tod führen. Auch Weibchen können untereinander sehr territorial sein,was aber nicht immer der Fall sein muss. Empfehlenswert ist also entweder eine Paarhaltung oder eine Einzelhaltung. Bei der Paarhaltung ist unbedingt darauf zu achten,dass das Terrarium groß genug und ausreichend strukturiert ist, so dass das Weibchen Rückzugs-,und Versteckmöglichkeiten hat,da Bartagamenmännchen nicht gerade zimperlich bei der Fortpflanzung sind und das Weibchen auch vergewaltigen,wenn es nicht zur Paarung bereit ist.

Geschlechterunterscheidung

Rein äußerlich kann man männliche und weibliche Bartagamen kaum unterscheiden. Auch am Verhalten ist das Geschlecht oftmals schwer festzumachen,da dominante Weibchen ebenso ihren Bart aufstellen und tiefschwarz färben können wie Männchen.

Die beste Methode zur Feststellung des Geschlecht ist also,wenn man die Bartagame auf einen flachen Untergrung setzt und vorsichtig den Schwanz über den Rücken in Richtung Kopf umbiegt. Sind dann an der Unterseite der Schwanzwurzel links und rechts hinter der Kloake je eine Erhebung zu sehen,handelt es sich um ein Männchen. Diese Erhebungen sind  die Hemipenistaschen. Ist jedoch nur eine mittige Erhebung zu sehen,handelt es sich bei der Agame um ein Weibchen. Befinden sich zudem vergrößerte Femoralporen entlang der Oberschenkelinnenseiten der Tiere,so handelt es sich ziemlich sicher um ein männliches Exemplar,denn bei ihnen sind diese Poren,die bei den Weibchen nur andeutungsweise zu sehen sind,gut zu erkennen.

Weibliche Bartagame,gut zu erkennen ist die eine,mittige Erhebung am Schwanzansatz

Männliche Bartagame,gut zu erkennen sind die zwei Erhebungen an der Schwanzwurzel,sowie die Femoralporen als dunkle Punkte vor der Kloake,bei den Oberschenkeln

Terrarium

Eigenbau aus Holzplatten (19mm), beschichtet;                                              Größe: 120x80x80cm(LxBxH)                   Beleuchtung: 2X70W HQI, PAR - Strahler

Das Terrarium für ein Pärchen sollte lt. Richtlinien für Reptilienhaltung mindestens 5x4x3 Kopf-Rumpf-Länge(KRL)des Tieres haben,also bei 20 cm KRL 100x80x60cm (LxBxH), größer ist natürlich immer besser.Es sollte jedoch in der Praxis die Terrariengröße mindestens 120x80x60cm betragen,auch hier gilt je größer desto besser. Man sollte immer im Auge behalten,dass die Tiere bis zu 40cm groß werden können und dementsprechend viel Platz brauchen, und dass die gesetzlichen Anforderungen absolute Mindestmaße darstellen.

Man kann entweder ein fertiges Glasterrarium kaufen oder aber eines aus Holz selberbauen.Das ist meist billiger als die Fertigterrarien,außerdem hat man hier mehr Möglichkeiten,die Beleuchtung individuell anzubringen,ebenso wie die Lüftungen,oder die Rückwände zu gestalten,oder die Form des Terrariums beispielsweise einer Zimmerecke,wo es künftig stehen soll,anzupassen. Auch mit wenig handwerklichem Geschick ist so ein Eigenbau anzufertigen,diverse Anleitungen dazu sind im Internet zu finden.

Einrichtung

Zur Grundausstattung eines Bartagamenterrariums gehört natürlich der Sand. Man kann entweder speziellen Terrariensand kaufen,der relativ teuer ist,oder Spielsand aus dem Baumarkt verwenden. Dieser darf jedoch nicht behandelt sein und sollte keimfrei und dampfgereinigt sein. Man sollte ihn etwa 5-10 cm tief einstreuen,an einigen Stellen ruhig tiefer, vor allem wenn man ein Pärchen halt,da das Weibchen dorthinein ihre Eier legen wird. Diese tieferen Stellen sollte man dann auch feucht halten,andernfalls kann es sein,dass das Weibchen sie nicht zur Eiablage annimmt und an Legenot leidet.            Weiterhin sollte man ein paar Äste anbringen,die dick genug sind,dass die Tiere bequem darauf liegen können. Auch eine Höhle sowie ein paar Kunstpflanzen können,je nach Geschmak,angebracht werden. Wichtig ist eine Wasserschale mit täglich frischem Wasser,auch wenn die Tiere nicht sehr viel Wasser aufnehmen.

Temperatur/Luftfeuchtigkeit

Die Grundtemperatur sollte von Frühjahr bis Herbst etwa 30°C betragen,wobei es auch Stellen mit 25-27°C geben sollte(zumBeispiel in Höhlen). Auch Wäreminseln zum Sonnenbaden mit etwa 45°C sollten angeboten werden,wobei die Temperatur dort auch bis 50°C betragen darf. Wichtig ist,dass es ein Temperaturgefälle von 45°C-25°C gibt,damit die Echsen ihre Körpertemperatur durch Thermoregulation auf die jeweils gewünschte Temperatur bringen können. Die Luftfeuchte sollte etwa bei 40% liegen,wobei sie im Winter etwas erhöht sein sollte,ebenso im Frühjahr.


Beleuchtung

Empfehlenswert ist die Benutzung von HQI-Lampen zur Ausleuchtung des Terrariums. Diese Lampen haben eine sehr gute Wellenlänge,die der des Sonnenlichtes am nächsten kommt(Sonnenlicht: 5000-6000 Lumen,HQI(70W,NDL oder D Brenner): 5500Lumen),und sind sehr hell. Auch enthalten sie oftmals einen gewissen Anteil an UV-Licht. Man sollte jedoch nie das UV-Schutzglas entfernen,da es hierbei schon zur Erblindung und starken Hautverbrennungen der Terrarienbewohner gekommen ist.                                                                         

Um Wärmeinseln zu erschaffen empfiehlt sich die Verwendung von Spots,speziell von PAR-Strahlern,da diese eine längere Lebensdauer und eine größere Effiziens besitzen.Um Überhitzung des Terrariums vorzubeugen ist es wichtig für genügend Belüftung zu sorgen,auch im Bereich der Lampen. Manche Leute benutzen PC-Lüfter zur Luftumwälzung.

Überwinterung

Adulten Tieren sollte man die Möglichkeit zur Überwinterung geben. Oft zeigen die Tiere einem, dass sie in Winterruhe gehen wollen, zum Beispiel indem sie träge werden und anfangen,sich unter Steinen und Wurzeln zu verstecken. Daher sollte man im Herbst anfangen, die Temperaturen langsam zu senken und die Beleuchtungsdauer runterzufahren.Wenn die Temperaturen nun um einige Grad gesunken sind,sollte man die Tiere nicht mehr füttern und sie ein letztes mal baden,damit sie ihren Darm vollständig entleeren können,bevor man sie in den Winterschlaf schickt. Nun sollten die Temperaturen im Terrarium auf Zimmertemperatur gesunken sein,die Beleuchtung bleibt vollständig aus. Auch während der Winterruhe sollte man den Echsen täglich frisches Wasser anbieten,darüberhinaus jedoch nicht im Terrarium hantieren, um die Tiere nicht unnötig zu stören.Nun werden sie die Bartagamen nur noch selten zu Gesicht bekommen. Achtung: nur 100% gesunde Bartagamen in den Winterschlaf schicken!!! Vor Einleitung des Winterschlafs unbedingt eine Kotprobe vom Tierarzt auf Einzeller und Würmer hin untersuchen lassen, da diese den Tieren während der Ruhephase imensen Schaden zufügen können!                                Für die individuellen Bedingungen und Dauer des Winterschlafs fragen sie bitte ihren Tierarzt.

Fütterung

Bartagamen sind wahre Akrobaten,wenn es darum geht,ans Futter zu gelangen!  Oft fressen sie weit über den Hunger hinaus.

Bartagamen benötigen Lebendfutter ebenso wie Grünfutter. Wichtig ist eine möglichst abwechselungsreiche Fütterung.Diese lässt sich am besten bewerkstelligen, indem man mehrere verschiedene Futtertiere anbietet,z.B. Heuschrecken,Grillen,Schaben und Wachsmotten, aber auch Zophobas und Mehlwürmer(nur selten füttern!), sowie Asseln und auch junge Babymäuse werden gefressen. Diese sollte man jedoch nur alle zwei Monate füttern.Im Sommer kann man auch selber sogenanntes Wiesenplankton fagen(z.B. mit einem Kescher)und verfüttern. Wichtigt ist darauf zu achten,nicht neben dichtbefahrenen Straßen zu sammeln(wegen der Abgase) und keine artgeschützten Insekten zu verfüttern.                                                                                                          Wichtig ist es,das Futter 2-3xpro Woche mit einem Ergänzungspulver wie Korvimin ZVT plus Reptile zu bestäuben,um Mangelerscheinungen vorzubeugen! Korvimin sowie dessen Dosierungsanleitung erhalten sie bei einem reptilienkundigen Tierarzt.                                                                                                                     Adulte Bartagamen sollten etwa 2x in der Woche Lebendfutter erhalten und 4x die Woche Grünfutter(im Sommer wird gerne frischer Löwenzahn und Kleeblüten genommen) bekommen,Jungtiere sollten mehr Lebendfutter erhalten,wegen der darin enthaltenen Proteine.                                                                                                                   Kalkstückchen in entsprechender Größe sollten in einem für die Tiere zugänglichen Schälchen immer zur Verfügung stehen.

Freilauf

Da Bartagamen schnell zutraulich werden,will man sie auch mal anfassen und aus dem Terrarium nehmen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen,die Tiere ein paar Minuten frei laufen zu lassen. Man sollte aber darauf achten,dass die Tiere sich nicht unterkühlen(im Terrarium herrschen normalerweise  höhere Temperaturen als in der Wohnung),da dies nicht gerade förderlich für die wechselwarmen Tiere ist. Daher sollte man im Winter auf den Freilauf verzichten.Auch sollte man die Tiere nicht gegen ihren Willen aus dem Terrarium nehmen,sie sind ja schließlich keine Kuscheltiere! Wenn man die Bartagamen laufen lässt ist darauf zu achten,dass sie nicht unter einem Schrank o.Ä. verschwinden können,wo man sie nicht mehr raus bekommt,da sie sich sonst unterkühlen.


Wenn man sich an diese paar Regeln hält,kann man viele Jahre Freude an den Tieren haben und die Echsen fühlen sich auch wohl!

Galerie













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